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Kostentreiber «Online-Vergleichsdienste»

Wer heute Krankenkassenprämien auf dem Internet vergleicht, treibt die Prämien in die Höhe. Über 20 Millionen Franken Vermittlungshonorare zahlen die Krankenkassen den Internetvergleichsdiensten. Doch es geht auch anders.

 

Das Geschäft mit Versicherungen ist nach wie vor lukrativ. Speziell interessant ist die Krankengrundversicherung, welche seit Annahme im Jahr 1994 für jede in der Schweiz wohnhaften Person obligatorisch ist. Der sogenannte "Risikoausgleich", welcher im KVG festgeschrieben ist, soll die Unterschiede der Versichertenstruktur der verschiedenen Krankenkassen ausgleichen. Leider gelingt dies nur bedingt, weshalb die Krankenversicherer - je nach Bedarf - bessere oder schlechtere Risiken akquirieren, um in Sachen Risikoausgleich im Vorteil zu bleiben. Um diese Neumitglieder zu erreichen, setzte man früher auf die Kalt- und Warmakquise über interne und externe Callcenters. Die dabei generierten Termine wurden wiederum von internen oder externen Versicherungsberatern wahrgenommen, welche auf diese Weise möglichst viele Neumitglieder unter Vertrag nahmen und dafür saftige prämienfinanzierte Provisionen kassierten.

 

Als dieser alljährliche Telefonterror überhand nahm, wurde diese Art von Kundenakquisition gesetzlich verboten.  Das war sozusagen die Geburtsstunde der Online-Vergleichsdienste. Auf scheinbar einfachste Art konnten Versicherungsnehmer so ihre bestehende Krankenversicherung mit allen aufgeführten Mitbewerbern vergleichen und so zu einer kostengünstigeren Krankenkasse wechseln. Was die Nutzer dieser Plattformen nicht wussten (oder teilweise auch heute noch nicht wissen): Nicht nur realisierte Versicherungsabschlüsse, sondern teilweise auch schon die elektronische Anfrage für eine Offerte sind für die angefragte Krankenversicherung kostenpflichtig. Je nach Krankenversicherer werden im ersten Jahr nach dem Wechsel bis zu 30% der zu erwartenden Krankenkassenprämien als Provision für die Vermittlung ausgeschüttet (wir berichteten darüber).  Wer nun denkt, dass die Versicherung und nicht er selbst für diese Kosten aufkommen muss, sollte bedenken: Die Krankenkassenprämien sind die einzige Einnahmequelle der Krankenversicherer. Folglich trägt also der Prämienzahler diese Kosten, auch mit dem alljährlichen Preisaufschlag bei den Krankenkassenprämien.

 

So spart man richtig

Brennpunkt Schweiz hat sich beim  Schweizerischen Konsumentenschutz erkundigt, welche Anbieter ihre Dienstleistungen wirklich kosten-neutral anbieten, mit ihren Dienstleistungen also das Gesundheitswesen der Schweiz nicht mit Vermittlungsprovisionen zusätzlich belasten. Der SKS empfiehlt für den Prämienvergleich ausschliesslich den Prämienrechner des Bundesamtes für Gesundheit sowie den Prämienrechner von swupp.ch, welchen der Konsumentenschutz Schweiz ausdrücklich auf seiner Website empfiehlt.

 

Fallen Sie also nicht auf verlockende Angebote (Sparen Sie bis zu 1000 Franken) herein sondern helfen Sie mit, dass wir die Kosten unseres Gesundheitswesens in den Griff bekommen:

 

Der Konsumentenschutz Schweiz und Brennpunkt Schweiz empfehlen für einen Prämienvergleich ausschliesslich:

 

Priminfo.ch - der Prämienrechner des Schweizerischen Bundesamtes für Gesundheit

Swupp.ch -  aufgeschaltet beim Schweizer Konsumentenschutz

 

 

Achtung: Der Wechsel zu einer günstigeren Krankenversicherung auf das nächste Jahr ist nur bis am 30. November des laufenden Jahres möglich.

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