SVP - Eine Partei am Scheideweg?

SVP SCHWEIZ - Nach den Wahlen im Kanton Neuenburg gilt die SVP als grosse Verliererin. Sie verliert mehr als die Hälfte ihrer Sitze im Kantonsparlament. Als Gewinnerin geht die FDP hervor, welche 8 Sitze dazu gewinnt und mit 43 Sitzen die stärkste Kraft im Parlament bleibt. Ebenfalls zu reden gab die Abwahl von Oskar Freysinger als Walliser Staatsrat. Ist die SVP auf dem absteigenden Ast?

 

Eine genaue Analyse der Umstände, welche zu diesen alarmierenden Resultaten geführt haben, ist sicher angezeigt und laut Präsident Rösti auch vorgesehen. Seiner Ansicht nach sind vor allem parteinterne Differenzen ausschlaggebend für das ernüchternde Resultat, da sich diese immer auf Wahlen auswirken würden. Nicht ganz so entspannt sehen das die Leser von 20min.ch.  Gemäss einer Umfrage glauben nämlich über 56% de Leser, dass der Wind gedreht und die SVP an Rückhalt im Volk eingebüsst hat. Wenn man noch etwas genauer hinschaut,  entdeckt man in den Leserkommentaren diverse kritische Stimmen von ehemaligen SVP- Mitgliedern, welche ihrer Partei enttäuscht den Rücken zugekehrt haben.

 

Misstöne aus der Basis

Nach der Absage der Kundgebung «Wir sind Direkte Demokratie» geriet die SVP gegen ihren Willen in die Schusslinie der eigenen Wähler. Viele machten direkt oder indirekt die SVP dafür verantwortlich, dass die Kundgebung abgesagt wurde und fühlten sich von ihrer Partei im Stich gelassen. Aussagen wie «die SVP ist für mich so nicht mehr wählbar» oder «bei den nächsten Wahlen werde ich leer einlegen» sind sicher nicht im Sinne der Parteispitze und signalisieren, dass die Partei wieder näher ans Volk zurückkehren und die wahren Sorgen ihrer Wähler wieder stärker aufnehmen sollte.

 

Nächste Nagelprobe

Bereits Ende April stehen in der Waadt Wahlen an. Auch dort gibt es parteiinterne Differenzen, was zur Frage berechtigt: Gibt es eine erneute Niederlage für die SVP? Rösti bleibt zuversichtlich und erachtet den Fall Neuenburg als Sonderfall. Bleibt zu hoffen, dass der Präsident Recht behält und die SVP nicht noch mehr Boden verliert.

 

«Energiestrategie 2050» als richtungsweisende Abstimmung

Am 21. Mai 2017 stimmt das Schweizer Stimmvolk über das Energiegesetz (ENG) ab und entscheidet gleichzeitig darüber, ob es den  Argumenten von Bundesrat und Parlamentsmehrheit oder den Gegenargumenten der SVP folgt. Hauptargument der SVP ist die massive finanzielle Mehrbelastung der Schweizer Haushalte und die Destabilisierung der Versorgungssicherheit unseres Landes. Die Kampagne der Gegner dieser Vorlage ist bereits angelaufen und wird voraussichtlich bis kurz vor der Abstimmung fortgesetzt. Wer sich heute bereits eingehender mit der Vorlage auseinandersetzen möchte, kann dies über diesen Link tun



publiziert am 03.04.2017